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Jurek

(Senior Member)

geändert von: Jurek - 29.08.15, 11:51:02

Wieder ein recht interessanter Beitrag von Hr. Podien im CJ-Nr.72, ab S.38.
Was darin nicht wirklich so zu Sprache kam, wären die Lampen mit bläulichen und anderen Filtern, die die Strahlintensität im sichtbaren Bereich rel. gut ausgleichen…

So komisch es klingen mag, aber die gute alte Glühbirne hatte noch am gleichmäßigsten verteilten Kurvenspektrum ohne so abrupte Kurvenschwankungen wie die Leuchtstoffröhren.
Ich habe schon etliche davon mit Laborspektroskop (mit Skala) betrachtet und etliche Störungen im Spektrum gesehen…
Diese so genannte "Tageslichtlampe" für Briefmarken, die mal die Firma Leuchtturm von OTT-LITE speziell entwickelte Röhren angeboten hatte (…), das ist m. E. alles andere als wirklich zur Briefmarken-FARB-betrachtung geeignet (zumindest nicht als die einzige Lampe). Erstmal in spektralen Bereich weist diese Lichtquelle unschöne Unterbrechungen, und andererseits, die Farbtemperatur von gewöhnlich genormten 5000°K ist damit nicht gegeben (meine Prüfung mit Indikator einer Schweizer Firma).

Die DDR Prüfer verwenden TL-Röhren, wie ich mich auch mal live überzeugen konnte. Aber auch diese wären m. E. nicht die optimalsten, auch wenn es heißt, dass man das Rad nicht neu erfinden braucht, da in der Druckindustrie so was schon lange... und so……
Wobei neben der "richtigen" Lichtquelle die größte Problematik in der Philatelie sind besonders eben die zwei Punkte:
a) Selber zu definieren und zusammenstecken von Farbvarianten und -Nuancen (aufgrund der einst mal wann erstellten Referenzmuster durch Vermessung);
b) Nicht jeder Mensch sieht wirklich die gleichen Farbnuancen und nicht immer gleich (auch wenn sogar unter gleichen Lichtquelle)…

Über Leuchtstoffröhre schreibt Podien, dass "Sie erzeugen Licht, welches in einem hohen Maße dem Tageslicht entspricht.".
Das Problem dabei sehe ich persönlich darin, dass das zwar seit vielen Jahren bewährt ist, und der vorgegebenen Normung entspricht, die aber auch vor vielen Jahren stattfand (…), und bis heute kaum was Besseres gefunden wurde. Aber die optimalste Lösung kann das insofern nicht darstellen, weil die größte Fehlerquelle ist der Mensch, neben dem, welche Verhältnis-Intensität der Strahlung jeweils auf bestimmte schmale Bereiche des Spektrums erfolgen (wegen der Kurvenunebenheiten). Hat man genau in so einem Tal und Berg einen Farbton im "Grenzbereich", dann wird die Lichtquelle eines anderen Prüfers (abgesehen von seinen Augen, Verfassung etc.) auch schon aufgrund von Altersuterschied der gleichen Art Leuchtstoffröhre, minimal andere Ergebnisse liefern.
Deswegen kann ich hier nur betonen und unterstreichen die Aussage von Podien: "Kritisch sind dabei die Bereiche zwischen den Spitzen der Leuchtstoffröhre.", auch wenn bei Qualitätsprodukt die unheimlich GROSSE Problematik bei gewöhnlichen Röhren deutlich reduziert wurde, aber dennoch die doch vorhanden sind.
Interessant finde ich die Formulierung Podiens zu der ISO 3644:2009 (D5000) L-Röhre: "Damit kann die Farbe des Prüfstücks genauer bestimmt werden.".
Ich denke, dass er mit "genauer" den Nagel auf dem Kopf getroffen hat.
GENAU gibt es bei Leuchtstoffröhren eben NICHT!

Auch des weiteren die Anstrahlung mit verschiedenen Bereichen (Lichtquellen) finde ich sehr bedeutend und wichtig, gerade in der Philatelie. Sozusagen: "Eine Lampe ist nicht genug!".
Denn bei 5000°K aus einer Leuchtstoffröhre ISO 3644:2009 (D5000) kann man nicht alles erkennen was man eben mit anderen Lichtquellen erkennen kann! Da spiele ich jetzt nicht auf UV-Licht, sondern schon im Bereich des Tageslichts.
Auch Farbfilter spielen dabei eine Rolle, auch wenn das so allg. in der Regel nicht praktiziert wird.
Das ist gerade entscheidend: "Nimmt man eine andere Lichtquelle [oder auch nur ein Filter], sehen die Farben anders aus." = ein Klassiker auf diesem Gebiet wäre u.a. die DDR MiNr.322 ob a oder b. Unter genormten Tageslicht wird man kaum ein Unterschied deutlich genug erkennen können!
Also Prüfung müsste m. E. immer mit verschiedenen Lichtquellen erfolgen. (Ich hatte sogar Experimente mit IR-Licht gemacht, aber das ist eine andere Geschichte die sich auch wohl nie durchsetzen wird).
Farbprüfung unter spezieller seitlicher Bestrahlung und Mikroskopie, und/oder auch "digitalem Verhalten" (zumal die Camera breiteres Spektrum sieht als das menschliche Auge) wären sonstige "Alternativen", wenn man auf elektronische Analyse von Farbraum mit einem Spektralphotometer und entsprechender Software verzichtet. Denn wohl indirekt ist das auch die "Politik" der Prüfer und Brötchen zu verdienen (wobei vielmehr geht es um das, wer soll sich so eine Prüfung auch noch leisten, wenn nicht welche "Privaten" da…). Denn wenn jeder so man selber "unbeirrbar" elektronisch prüfen könnte, wo kämen wir denn dahin? ……

Briefmarkenfarbprüfungen von gestempelten und in unterschiedlicher Erhaltung vorliegenden Stücken und in unterschiedlich dicken Farbauflagen, sind nicht immer einfach.
Einen Klassiker aus dem Bereich der SBZ hatte ich schon mal hier in Forum (und davor hier) präsentiert, wonach ein Prüfer (vorweg, es liegt nicht an dem einen Prüfer sondern an der Unkenntnis über Druckergebnisse… für die Aufnahme zur Farbprüfung.…) prüft eine Briefmarke aus gleichen Bogen als "a" und daneben (in gleichen Bogen) eine andere mit "b", obwohl diese unter einmal mit gleicher Mischfarbe gedruckt wurden und der Helligkeitseffekt wäre auf mechanische Gründe zurückzuführen aber nicht auf eine andere Farbe! (Farbtöne werden nicht als Farben geprüft! Aber eben, Ausnahmen gibt es…).
Auch das Hell und Dunkel einer Farbe muss nicht davon zeugen, dass die andere Farbe wirklich in Erscheinung dunkler ist, sondern, die wird manchmal nur so wahrgenommen als eine Art optische Täuschung! Das kennt man besonders auch von dem Odr. und dem Differenzen im Raster, auf wenn der Farbauftrag und die Farbe identisch sind …
Abnützung und der Hintergrund spielen bei visueller Betrachtung auch eine gewaltige Rolle.
Und das was im DMS auch als Begründung zu den "Übergängen in Grenzbereichen" angegeben wurde, dass musste und muss doch wirklich nicht sein! Oder?
Wozu so viele "KOMPLIZIERTE Farben", wo nicht einmal Prüfer da einheitlich das beurteilen? Oder "warum einfach wenn es komplizierter auch geht?"!
Es brauchte auch viele Jahre und Ärger mit einem Prüfer (weil ich ihn solches Experimentexemplar vorlegte ohne ihn davor darüber zu informieren), bis ich dann kam und mal erklärt hatte, dass der Bl.12FI eine "Fiktion" sei! Also alles nicht so einfach, auch für die Profis nicht!

Podien schreibt: "Außerdem sollten alle Prüfer eines Gebietes sehr ähnliche Referenzmarken besitzen, damit sich vergleichbare Resultate ergeben." = theoretisch perfekt, praktisch ist das aber eine andere Sache! ……
u. v. a. m.

Aber ich denke, dass das ist so ähnlich wie mit den PF. Erkennt man sie nicht richtig (d.h. eindeutig), sollte man mit der Wissenschaft, Streitereien etc. dabei aufhören, weil das was die Sammler ausmacht, ist immer noch die MENGE die damit umgeht, wie auch das Geld, welches sie bei Streichungen etc. verlieren, und nicht die paar Profis oder solche die sich dafür halten und die anderen ausgrenzen mit ihrem eigenen Süppchen Mangels besserer Kommunikation miteinander…
Vieles würde m. E. einfacher sein, wenn man wirklich nur die einfacheren und DEFINITIV von allen feststellbaren Farben prüft, und nicht wie bei dem Haufen von PF nach jedem Pünktchen sucht, welches man nur wirklich erst mit einer Lupe entdecken kann…

m.f.G. - Jurek
29.08.15, 11:47:12
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